Elfema

Firmengeschichten

ELFEMA

Firmenlogo der VEB Elektro-Feinmechanik Mittweida in Sachsen, Quelle: Unterlagen Privat

ELFEMA, Elektro-Feinmechanik Mittweida, Ostdeutschland, ehemalige DDR
Abkürzung: elfema
Elektro-Feinmechanik Mittweida, ELFEMA, Industrieweg 5, Mittweida /Sachsen. (ex. C. Lorenz AG). - Gegründet 1. März 1946. Der Ursprung geht auf die Auslagerung von Betriebsteilen der C. Lorenz AG Berlin 1942/43 zurück. Bis 1950 noch unter dem Namen der Lorenz AG (weil in US-Besitz), dann Treuhandbetrieb der VVB Rundfunktechnik der DDR (VVB= Vereinigung der Volkseigenen Betriebe).- 1990 Umwandlung in eine GmbH und 1993 Liquidierung durch die Treuhandanstalt. Teilbereiche werden privatisiert und weiter geführt.
Gegründet: 1946
Geschlossen: 1993
Geschichte: Der Ursprung des Betriebes bestand in der Verlagerung von Betriebsteilen der Fa. C. Lorenz AG Berlin nach Mittweida in den Jahren 1942/43. Die Produktion von Kriegsmaterial war durch die Bombardierung Berlins gefährdet und erfolgte daher in den Räumen der Baumwollspinnerei Mittweida. Auf dem Gelände der späteren ELFEMA wurden Zwangsarbeiter und Wachpersonal, die in der Produktion der Lorenzwerke eingesetzt waren untergebracht. Auf diesem Grundstück wurde 1945 Holzspielzeug hergestellt. Die Elektro-Feinmechanik Mittweida wurde am 1.3.1946 gegründet und von der Fa. Lorenz AG mit 40 Mitarbeitern übernommen. Man produzierte Rundfunkgeräte, Ladegleichrichter, Verstärker, Transformatoren, Drosseln u.a. 1950 wurde die Elektro-Feinmechanik Mittweida Treuhandbetrieb der VVB Rundfunktechnik. Das Sortiment wurde auf Synchrontischuhren, Haupt- und Nebenuhren sowie Schaltuhren spezialisiert. 1954 Übernahme der Fa. Kazda/ Transformatorenbau. Durch die Erweiterung des Produktionssortiments bestand die Belegschaft aus 135 Mitarbeitern. Die ersten Versuche zur Fließbandfertigung erfolgten 1959. 1962/63 wurde ein neues Produktionsgebäude mit Fließbändern errichtet, es wurden Zeilentransformatoren und Ablenkeinheiten für die Fernsehindustrie gebaut. Im gleichen Zeitraum wurde die ehemalige Webschützenfabrik Frankenberg mit 15 Beschäftigten übernommen. Für die Fertigung der Ablenkeinheiten wurden weitere 150 Frauen eingestellt und in Frankenberg angelernt.

Im Zeitraum 1964- 66 wurde die Herstellung der Schaltuhren, sowie Haupt- und Nebenuhren ausgelagert. Die Produktion von Transformatoren und Übertragern verlagerte man zur Schlossfabrik Burgstädt. Dieser Betrieb wurde 1968 mit 300 Mitarbeitern an die ELFEMA angegliedert. Durch die Spezialisierung der Elektro- Feinmechanik Mittweida auf induktive Baugruppen der Farbfernsehproduktion und neuer technologischer Prozesse waren ein eigener Werkzeugbau sowie Prüfgerätebau erforderlich. In diesem Zeitraum besaß die ELFEMA 7 Zweigwerke und mehrere Sonderabteilungen wie Schülerproduktionsstätten, eine Lehrwerkstatt und 2 Behindertenwerkstätten. 1972 erfolgte der Bau eines neuen Produktionsgebäudes im Stammbetrieb. Zu dieser Zeit waren in Mittweida 650 Mitarbeiter beschäftigt. 1973 wurden mehrere halbstaatliche Betriebe des Territoriums mit etwa 200 Arbeitskräften angegliedert. 1982- 84 erfolgte der Bau des größten Investitionsprojektes des Unternehmens für Farbablenkeinheiten sowie eine eigene Kunststoffspritzerei. Durch die Übernahme der ehemaligen Firma Gerätebau Limbach erfolgte eine Sortimentserweiterung von HiFi- Rundfunkgeräten und Lautsprecherboxen im Jahr 1984 mit weiteren 100 Mitarbeitern. Mit allen Werkteilen hatte der Betrieb zu dieser Zeit 1323 Mitarbeiter.

Am 01.07.1990 erfolgte die Wandlung des Unternehmens vom Volkseigenen Betrieb zur GmbH und die Fortführung der Hauptproduktion von Ablenkeinheiten. Dies war mit einem erheblichen Abbau von Mitarbeitern verbunden. Die Treuhandanstalt beschloss, die Elektro-Feinmechanik GmbH Mittweida beginnend zum 30.09.1993 zu liquidieren. In der folgenden Zeit wurden Teile der früheren ELFEMA wie Werkzeugbau, Kunststoffspritzerei, Spulenwickelei, Fertigung von Ablenkeinheiten usw. privatisiert und weitergeführt.

Quelle: http://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/standorte/elfema.htm

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